Geschichte


Als Anbieterin von umfassenden Dienstleistungen im Rahmen der beruflichen und privaten Vorsorge hat die Swisscanto Vorsorge AG die Swisscanto 1e Sammelstiftung gegründet und ihr Angebot komplettiert. Der Hintergrund: Durch den Wegfall von Mindestgarantien aus Art. 15 FZG und Art. 17 FZG wurden die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen, um im überobligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge einen gewissen Spielraum bei der Individualisierung der Anlagen anbieten zu können.

Den etwas technisch Namen verdankt die neue Vorsorgelösung dem entsprechenden Artikel in der gesetzlichen Verordnung zum BVG (BVV2 Art. 1e).

Dank der Einführung von 1e-Plänen ist es nun möglich, Vorsorgelösungen mit unterschiedlichen Anlagestrategien anzubieten. Diese Möglichkeit besteht jedoch nur für den überobligatorischen Anteil der beruflichen Vorsorge und somit nur für Lohnbestandteile, die über dem anderthalbfachen des oberen Grenzbetrages (aktuell ab CHF 127'980) liegen.

Durch den neuen Artikel 19a FZG (in Kraft seit dem 1. Oktober 2017) werden die Austrittsleistungen in Zukunft so berechnet, dass der Versicherte bei einem Austritt den effektiven Wert seines Anlagestrategie-Guthabens erhält.

Es zeigte sich schnell, dass eine solche Vorsorge nicht innerhalb einer üblichen BVG-umhüllenden Pensionskasse angeboten werden kann, für welche die Mindestanforderungen des Freizügigkeitsgesetzes ja nach wie vor ihre Gültigkeit haben. Deshalb müssen für 1e-Vorsorgelösungen separate 1e-Stiftungen gegründet werden.

Aus Sicht des Arbeitgebers spricht nicht nur die hohe Transparenz für den Anschluss an eine 1e Sammelstiftung. Er erhält auch die Möglichkeit, seinen Arbeitnehmenden eine attraktive und moderne Vorsorgelösung anzubieten, insbesondere wenn die Abwicklung über eine elektronische Plattform erfolgt. Bei Vorsorgelösungen mit voll rückversicherten Risikoleistungen wird das Anlagerisiko durch die Versicherten getragen. Sie definieren ihre Anlagestrategie selbst und verwalten sie online.

Dank der individuellen Anlagestrategien können die Arbeitnehmenden ihr Vorsorge-Guthaben nach ihren persönlichen Bedürfnissen und abgestimmt auf ihre Risikobereitschaft anlegen. So erhalten die Versicherten eine hohe Flexibilität verbunden mit mehr Eigenverantwortung. Durch den Online-Zugriff kann der Versicherte sich jederzeit über die Entwicklung des Vorsorge-Guthabens informieren und die Strategie periodisch ändern. Die Swisscanto 1e Sammelstiftung bietet aktuell sechs verschiedene Anlagestrategien der Swisscanto Anlagestiftung und der Swisscanto Invest by Zürcher Kantonalbank an.

Der lange Weg zur flexiblen Wahl der Anlagestrategie

Seit dem Inkrafttreten des 3. Pakets der BVG-Revision am 1. Januar 2006 können nichtregistrierte Vorsorgeeinrichtungen unterschiedliche Anlagestrategien anbieten. Um die Wahl flexibler Anlagestrategien zu ermöglichen (Art. 1 Abs. 3 BVG in Verbindung mit Art. 1e BVV 2) mussten die massgebenden Bestimmungen im Freizügigkeitsgesetz (Art. 15 Abs. 2 und 17 FZG) angepasst werden. Dies erfolgte nach einem langen politischen Prozess. Die Chronologie:

  • Am 03.10.2008 reicht Nationalrat Jürg Stahl eine Motion ein
  • Am 12.12.2008 beantragt der Bundesrat die Annahme der Motion
  • Am 19.12.2008 nimmt der Nationalrat die Motion an
  • Am 03.03.2010 sagt auch der Ständerat Ja
  • Bis 30.11.2015 erfolgen die Behandlung und Kommissions-Debatten
  • Am 30.11.2015 wird die Gesetzesrevision angenommen
  • Am 30. August 2017 setzt der Bundesrat in einer Mitteilung die lange erwartete Änderung des Freizügigkeitsgesetzes sowie der Verordnung zu den Änderungen im BVV2 in Kraft. Jetzt ist der Weg frei für die (uneingeschränkte) operative Umsetzung.

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